Diese Webseite nutzt Cookies

Diese Webseite nutzt Cookies zur Verbesserung des Erlebnisses unserer Besucher. Indem Sie weiterhin auf dieser Webseite navigieren, erklären Sie sich mit unserer Verwendung von Cookies einverstanden.

Ein Rebell der seinen Überzeugungen treu bleibt

Froschhausen – „Ein ausverkauftes Haus“, konnte CDU-Vorsitzender Thomas FJ Lortz dieser Tage beim Bayerischen Abend von CDU und Junger Union Froschhausen vermelden. 400 Gäste waren ins dortige Bürgerhaus gekommen, weil sich der langjährige Innenexperte Wolfgang Bosbach als Hauptredner angekündigt hatte. Gemeinsam mit der Bundestagsabgeordneten Patricia Lips, Landtagsvizepräsident Frank Lortz, Staatssekretär Michael Bußer, Kreistagsvorsitzender Bernd Abend und dem Chef der Glaabsbräu, Robert Glaab, nahm der Ehrengast gekonnt den Bieranstich vor. Unter den zünftigen Klängen von „Seligenstädter Blech und Co.“ wurde Schlachtplatte gereicht.

Ebenso deftig begann auch Wolfgang Bosbach seine Ausführungen: „Viele bezeichnen mich als einen Rebell in meiner Partei. Dabei vertrete ich ausschließlich Positionen der CDU und Standpunkte, die mal Positionen der CDU waren. Früher warst du Rebell, wenn du einer revolutionären Bewegung angehörtest, heute scheinbar schon, wenn du deinen Überzeugungen treu bleibst.“ Der 67-Jährige ermahnte die Große Koalition in Berlin: „Koalitionen dürfen nie zu Fusionen werden. Die Parteien müssen unterscheidbar bleiben und ihre Überzeugungen klar nach außen tragen“, dies fehle heute in der Politik meint Bosbach der bei der letzten Bundestagswahl nicht mehr angetreten ist: „Es gibt in Deutschland keine Politikverdrossenheit, sondern eine Politiker-Verdrossenheit.“

Trotz allem gehe es uns in Deutschland sehr gut, ist sich Bosbach sicher: „Gerade die Gesundheitspolitik wird ja immer scharf kritisiert, zumindest so lange bis wir mal im Ausland krank werden. Dann können wir nicht schnell genug wieder in Deutschland sein.“ Man könne durchaus Stolz auf das sein was die Bundesrepublik in den letzten Jahrzehnten erreicht habe.

„Das hat mit Nationalismus nichts zu tun, aber sehr viel mit Patriotismus. Leitkultur bedeutet auch nicht gleich ‚Deutschland über Alles‘, aber wenn wir selbst nicht mehr unsere Werte vertreten, wer soll das sonst noch tun?“ Beispielhaft nannte Bosbach die Wiedervereinigung, welche ohne einen Schuss und ohne einen Tropfen Blut erlangt wurde.

Wolfgang Bosbach der von 1994 bis 2017 Bundestagsabgeordnete im Rheinisch-Bergischem Kreis in Nordrein-Westfahlen war, wagte aber auch ein Blick nach vorne: „Wer nichts im Boden hat, muss was im Kopf haben.“ Die wichtigste Investition in die Zukunft sei: „Bildung. Bildung. Bildung.“ Dies gelte auch im Hinblick auf die Klimadebatte: „Wir neigen dazu, die technischen Entwicklungen zu unterschätzen, weil wir in den alten Industrien führend sind.“

Bosbach lobte den Bayerischen Abend von CDU und JU Froschhausen, der bereits seit über 40 Jahren veranstaltet wird: „Ein bisschen Humor, ein bisschen Fröhlichkeit und ein bisschen Leichtigkeit können der Politik nicht schaden.“

Bevor der Abend mit einer großen Tombola und dem Barbetrieb der Jungen Union endete, dankte Thomas FJ Lortz dem Ehrengast und überreichte einen Bierkrug der CDU und das neue „Froschhäuser Kochbuch“. Auch dankte Lortz den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern und Unterstützern „vor und hinter der Theke“ ohne die solche Großveranstaltungen nicht umsetzbar wären. Der nächste Bayerische Abend findet am 7. November 2020 statt.